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Bericht über den Polinisatz

Hier ist ein Bericht über den 154ccm-Polinisatz den freundlicherweise Tomarrow geschrieben hat. Nochmal dickes Lob und Dankeschön.

Der Grund des Umbaus vom 125ccm 122er Rotax war für mich, der mangelnde Anzug im Bereich unter 8000 U/min. Also kam der Fresser bei mir relativ gelegen.
Jetzt  also zum Umbau , angefangen beim Auseinandernehmen.
Das Ausbauen von Luftfilterkasten, Vergaser und Ansaugstutzen, Zündkerze sollte klar sein, das  Abnehmen des Krümmer sollte ebenfalls kein Problem darstellen, auch wenn's  teilweise Sissifusarbeit ist.
Ihr müsst also zunächst das Kühlwasser ablassen  ( am besten den Schlauch, der rechts unten am Kühler montiert ist abmachen, und  das Wasser in einen Eimer fließen lassen), damit euch nicht, beim Runternehmen des Zylinderkopfes die ganze Suppe entgegenkommt.
Dann den Schlauch, der vom Kühlsystem zum Zylinderkopf geht entfernen, damit der nicht auch noch stört. Um  mehr Raum zum hantieren zu haben sollte auch die Batterie und das  Kühlwassergefäß ausgebaut werden, und der Tank am besten auch ( da ja der Vergaser vorher ausgebaut wurde sollte dies kein Problem sein, nur die lange  Schraube unterm Sitz lösen und Tank abnehmen.).
So, jetzt kommt der  Drehmomentschlüssel zum Einsatz. Wenn ihr einen 122er Rotax als Herz eurer Maschine schlagen lasst, habt ihr ja am Zylinderkopfdeckel die Innensechskantschrauben, beim 123er Rotax sind Bolzen mit Muttern verbaut, die  bekommt ihr mit einem 11er Schlüssel ab ( zur Not einen Hammer zu Rate ziehen  oder den Schlüssel mit einem anderem verlängern (längerer Hebelweg) .
So,  jetzt ist der Zylinderkopfdeckel ab, und ihr könnt euch den 4 Muttern widmen,  die dort verbaut sind, wo der Zylinder auf das Motorgehäuse aufgeschraubt ist (  die seht ihr nur, wenn ihr den Motorblock wirklich gereinigt habt *g*). Die bekommt ihr genauso ab, wie alle anderen Muttern, nur sind sie halt etwas fester  ( oben beschrieben wie man sie löst  wenn sie zu fest sind).
Jetzt könnt  ihr den Kolben vorsichtig vom Zylinder abziehen, ab jetzt müsst ihr darauf achten, dass nichts in die Kurbelwelle fällt, denn falls etwas reinfällt dürft ihr den gesamten Motorblock zerlegen! Also am besten einen Lappen nehmen, und  damit alle Wege nach unten verschließen.
Jetzt steht also der Kolben allein auf dem Pleuel. Der Sicherungsclip im Kolben ( in der Mitte, gibt nur eine  Stelle wo der Rotax ein Loch hat.....), am besten ihr setzt dabei eine Brille  auf, denn der könnte euch ins Auge fliegen, wenn ihr es nicht mit eine Sicherungsringzange macht, bzw. er könnte in die Kurbelwelle fallen, deshalb  noch mal den Lappen kontrollieren!
Wenn dann die Ringe entfernt sind, nehmt ihr am besten einen großen Schraubenzieher ( der genau auf das Kolbenrohr passt), und einen Hammer, mit dem ihr auf den Schraubenzieher haut ( SACHTE!!!).Ihr müsst nun vorsichtig die Kolbenstange herausschlagen, damit ihr  den Kolben abnehmen könnt.
Jetzt, wo ihr mit dem Ausbau des Zylinders, und  des Kolbens fertig seit, wäre es gut, wenn ihr das obere Pleuellager noch  kontrolliert, bzw. austauscht. Des weiteren könnt ihr nun vorsichtig die Reste  der Dichtungen entfernen ( mit einem Schaber oder Schraubenzieher), da ihr die  eh nicht mehr gebrauchen könnt bzw. bei einem neuem Zylinderset sowieso einen Dichtsatz dazubekommt.
Am Zylinder sollte sich jetzt noch die Auslasssteuerung befinden, und das ist eins der größten Probleme der ganzen Geschichte, denn der Schieber ist meistens wirklich super fest verankert! Ihr  könnt ja versuchen den Schieber per Hand rauszubekommen, aber das sollte wohl  eher nicht gelingen. Daher empfehle ich: Zylinder in einen Topf mit Wasser  geben, und das Wasser zum Kochen bringen, dann Handschuhe anziehen ( weil der  Zylinder wird sauheiß sein!) und dann am besten mit einer Zange versuchen den  Schieber raus zu bekommen. Falls das nicht funktioniert müsst ihr wohl zum  Brenner Greifen und den Zylinder erwärmen, und dann den Schieber rausziehen. Aber vorsicht! Der Schieber geht unter Gewalteinwirkung sehr sehr schnell kaputt, und das kann sehr sehr teuer werden!!
Jetzt also zum Einbau des  Polinikolbens bzw. -zylinders.
Im Prinzip müsst ihr jetzt alle Schritte rückwärts ausführen.
Soll also heißen ihr nehmt euch den Kolben, die  Sicherungsringe und die Kolbenstange, setzt dann den Kolben auf das Pleuel und verankert ihn mit der Kolbenstange, und sichert diese dann mit den Sicherungsringen, die ihr mit der Sicherungsringzange einbaut, bzw. eben mit dem Schraubendreher oder einer kleinen, spitzen Zange, in der, für den Ring vorgesehenen Rinne justiert.
Jetzt nehmt ihr die Fußdichtung und packt diese  Einfach an den Fuß des Zylinders bzw., an den Motorblock, wo der Zylinder dann  aufsetzt.
Jetzt solltet ihr den Kolben und den Zylinder am besten mit Öl bestreichen ( ich hab Rhizinusöl bzw. mein Mischöl - Motul 600 - mit einem Pinsel aufgetragen.).
Nun müsst ihr drauf achten, dass die Kolbenringe in der  vorgesehenen Nut / Nase sitzen, wenn nicht, dreht die Ringe einfach so lange bis  sie dort sind.
Wenn ihr euch vergewissert habt, dass alles in bester Ordnung  ist, könnt ihr den Zylinder ganz (gaaaanz!!!!!) vorsichtig auf  den Kolben  schieben. Spätestens bei den Kolbenringen müsste sich nun das nächste "Problem"  auftun. Jetzt wäre es ganz vorteilhaft, wenn ihr eine Kolbenzange habt ( damit ihr die Kolbenringe zusammendrücken könnt). Falls nicht, müsst ihr die Kolbenringe per Hand zusammendrücken und den Zylinder vorsichtig weiter Richtung Motorblock schieben.
Wenn nun der Zylinder komplett auf dem Motorblock  aufliegt, könnt ihr zunächst die 4 Muttern wieder auf die Stehbolzen  schrauben.
Jetzt fehlt also nur noch der Schieber, der Brennraumdeckel und  der Zylinderkopfdeckel.
Schieber sollte es eigentlich nicht zu Problemen kommen, denn den könnt ihr ja einfach in die Vorrichtung Schieben ( Dichtung nicht vergessen!).
Aber beim Brennraumdeckel wären wir bei einem weiterem Problem. Denn in den Zylinder vom Polini müssen italienische M7 - Feingewinde - Schrauben bzw. Stehbolzen, die aber im originalem Zylinder nicht verbaut sind (  dort sind es M6 Feingewinde Schrauben).
Wer sich ein wenig auskennt, weiß  dass M7 Schrauben schon so gut wie gar nicht zu haben sind, und Feingewinde erstrecht nicht. Deshalb solltet ihr darauf achten, beim Kauf des Polini gleich  ein Satz M7 Stehbolzen für den Brennraumdeckel ( sind 5 Stück + Muttern) mit zu bestellen, denn sonst könnte es schwierig werden an solche Seltenheiten ranzukommen. 
Wenn ihr die Bolzen und Muttern habt, dann Schraubt die  Stehbolzen in das Gewinde, dann den Brennraumdeckel rauflegen und die Muttern  festziehen.
Jetzt wäre fast alles geschafft, vorrausgesetzt ihr habt darauf  geachtet, dass die Stehbolzen wirklich richtig rum montiert sind ( andernfalls  bekommt ihr den Zylinderkopfdeckel nämlich nicht drauf!).
Ihr müsst jetzt nur  noch darauf achten, den Dichtungsring nicht zu vergessen, der die Kühlanlage abdichtet ( falls ihr den vergesst, läuft euch das Kühlwasser an der Zündkerze raus!), auch die Dichtung  von Zylinder zu Zylinderkopfdeckel sollte nicht vergessen werden!
Jetzt müsst ihr lediglich die 4 Schrauben wieder mit Hilfe des Drehmomentschlüssels festziehen.
Das Drehmoment beträgt hierbei 22 N, ist also fast noch "handwarm".
Der Einbau des Zylinders wäre damit erledigt und ihr müsst nun nur noch den Rest erledigen, wie Krümmer ( da braucht ihr dann  auch eine neue Dichtung, da die alte hinüber sein wird!), Ansaugstutzen (  Dichtung sollte beiliegen!) , Vergaser, Luftfilterkasten. Auch solltet ihr nicht vergessen die Auslasssteuerung mit dem Bowdenzug zu verbinden ( einfach einhängen).
So, Jetzt viel Spaß beim einfahren, und viel Spaß mit den knapp  36 PS, die der Motor wohl liefern sollte.

 Written by tomarrow